Sakrament der Versöhnung

 
Die Beichte ist ein geschützter Raum, in der die Seele neu atmen lernt.
Vieles macht die Seele und das Leben schwer. Fehler macht jeder Mensch. Zeiten, in denen man sich von Gott bewusst von Gott entfernt, werden einem erst im Nachhinein bewusst.
Gründe dafür gibt es viele. In der Beichte können wir unser Leben wieder neu ins Gleichgewicht bringen. Mit Gottes Zusage des Neubeginns kann das Leben leichter und mit neuen Inspirationen aus dem Glauben weitergehen.
Sie können dabei gerne mit einem Priester über Ihr Leben sprechen und die Scherben und die Schwierigkeiten des Lebens ins Gespräch mit einbringen.
Während der Zeit der Beichte ist immer eucharistische Anbetung. In der Stille und in er persönlichen Begegnung mit Jesus Christus, können sich neue Wege anbahnen.
Termine zu persönlichen Gesprächs- oder Beichtterminen sind immer auch außerhalb der ausgeschriebenen Zeitfenster möglich. Bitte melden Sie sich per Mail: bruestle@kath-rheinfelden.de oder vereinbaren Sie einen Gesprächstermin per Telefon: 07623/7249-0
 

Im Leben läuft nicht immer alles gut. Niemand ist perfekt und immer wieder gibt es Situationen, in den wir Menschen uns voneinander und von Gott trennen.
So manche Situation im Leben stößt einem dann sauer auf und es kommt eine Ahnung auf, dass dies oder das nicht richtig lief. Wir sind eben Menschen und da schleichen sich Fehler ein.
Es gibt viele Fehler des Alltags, die man leichter wegsteckt und die kein großes Gewicht haben. So manche Entschuldigung bringt wieder vieles ins Lot und im zwischenmenschlichen Bereich ist ein gutes Miteinander wieder möglich.
Oder es gibt auch die großen Themen des Lebens, bei denen man merkt, dass sie so stark das Leben beeinflussen, dass es einen Menschen innerlich drängt, an diese Fragen einmal heranzugehen.
So manche Lebenssituation braucht auch eine Klärung mit Gott.
Mit Gott und den Menschen reinen Tisch zu machen, ist zwar oft ein schwieriger Schritt, aber er ist eine Befreiung. Knoten des Lebens und verfahrene Situationen werden leichter, wenn sie ins Wort und ins Gebet gebracht werden. Niemand kann sich selbst aus dem Sumpf seines Lebens ziehen. Und dann kann das Leben anstrengend werden.
Die Befreiung im diskret gesprochenen Bekenntnis der eigenen Begrenztheit: Das ist ein Zugang zur Beichte. Das Wort Beichte meint, dass ich etwas in einer geschützten Atmosphäre ins Wort bringe. Es ist das Bekenntnis, in dem ich mich so zeigen darf, wie ich bin. Niemand ist perfekt.
Das Bekenntnis entlastet und stellt Beziehung zu Gott her. Entlastung erfährt ein Mensch dort, wenn die Ecken und Kanten des Lebens einen Platz bekommen, an dem sie ohne Wertung ausgesprochen werden dürfen. In der Beichte wird nach Zukunft für das Leben mit den Mitmenschen und mit Gott gesucht. Die Beichte ist kein Gericht oder eine Verurteilung. Was an Belastendem ins Wort gebracht wird, verliert seine negative Kraft.
In einem Gespräch können neue Ideen, neue Perspektiven und neue Inspirationen im Leben aus dem Glauben erwachsen. Der Priester versucht in der Beichte, in Kooperation mit der Person, die ihre Fragen, Sorgen, Ängste und die Klippen des Lebens ins Gespräch bringt, hilfreich beistehen zu können.
Nach dem Aussprechen, was einem Menschen das Leben schwermacht, tut ein guter Zuspruch und ein Mut machendes Wort, das aufrichtet und Hoffnung macht, gut. Und alles endet mit der Lossprechung.
Die Lossprechung ist ein Gebet des Priesters, der der Person, die zur Beichte kommt, zusagt, dass in Gott Neubeginn immer möglich ist. Dabei erinnert das Gebet daran, dass Gott ein barmherziger Gott ist und im Tod und in der Auferstehung Jesu uns Menschen neues Leben geschenkt wird. Was Jesus für uns getan hat, ist Versöhnung. Alles hat Gott getan. Alle Liebe wird dem Menschen zugesagt.
Durch den Dienst der Kirche wird dieser Dienst getan. Verzeihung und Frieden werden zugesprochen. Sie müssen sich nicht erst verdient werden. Die Verzeihung und der Friede gelten der Person, die sich auf den Weg des Neuanfangs gemacht hat.
Und dann kommt die Lossprechung. In diesem Dienst des barmherzigen Gottes spricht der Priester die Person, die gebeichtet hat, los. Die Botschaft des barmherzigen und erlösenden Gottes ist stärker als alle Abgründe. Dann werden wir Menschen des neuen Weges, die selbst barmherzig werden können, weil sie selbst Barmherzigkeit und die Gnade des Neuanfangs erfahren haben.
 

  1. Ganz am Anfang geht es um die Frage, ob ich überhaupt beichten möchte. Es geht dabei auch um die Frage, ob ich in meinem Leben neu mit Gott beginnen möchte. Allein dies ist schon ein Neuanfang, weil ein Mensch aus seinem Alltagstrott ausbricht und sich nach neuen Perspektiven ausstreckt.
  2. Ich suche mir einen Priester, den Ort und die Zeit aus. Wenn sich ein Mensch entschieden hat, beichten zu wollen, ist es gut, sich einen Priester zu suchen, bei dem man den Eindruck hat, dass es heilsam werden könnte, bei ihm das Herz zu öffnen. Ebenso wichtig ist ein guter Ort, an dem ein Mensch erfahren kann, dass dieser Ort ein guter, diskreter und sicherer Ort ist.
  3. In einer Zeit der persönlichen Vorbereitung ist Zeit, um zu überlegen, wo etwas im persönlichen Leben nicht stimmt, wo etwas zwischen mir und Gott steht. Für viele Menschen ist es hilfreich, sich dazu einige Notizen für das Gespräch mit dem Priester zu machen.
  4. Am Tag der Beichte ist es von Vorteil, nicht in die Beichte hineinzustolpern, sondern sich einige Minuten vorher Zeit zu nehmen für das persönliche Gebet. Zur Ruhe zu kommen, ist dabei wichtig, um ruhig, gelassen und gesammelt in das Gespräch mit dem Priester gehen zu können. Ein Gespräch mit Gott, ein Gebet, schafft Verbindung. Ich kann Gott sagen, dass ich auf ihn vertraue, ihn liebe und mit seiner Hilfe diese Liebe vertiefen möchte und Klarheit für das eigene Leben suche.
  5. Dann gehe ich in den Beichtstuhl/das Beichtzimmer. Dort kann ich mich auf einen Stuhl setzen. Manche Beichtstühle oder Beichtzimmer haben auch die Möglichkeit, sich hinzuknien. Ich suche mir die Möglichkeit aus, die für mich angenehm und passend ist.
  6. Manchmal begrüßt ein Priester die Person, die zur Beichte kommt mit einem kurzen Lobgebet: „Gelobt sei Jesus Christus,“ sagt der Priester. Darauf kann ich antworten: „In Ewigkeit. Amen.“ Das ist eine Antwort auf das Lobgebet. Die Antwort will sagen, dass Jesus für jetzt und für immer seine Liebe an uns Menschen verschenkt.
  7. Die Beichte kann so beginnen, dass man sagt: „In Demut und Reue bekenne ich meine Sünden.“ Das ist ein Satz, der gewiss etwas altertümlich sagen will, dass es jetzt nicht darauf ankommt, sich von der besten Seite zu präsentieren. Es kann aber auch ein Satz sein wie z.B. dieser: „Ich möchte jetzt mit meiner Beichte beginnen.“
  8. Ich kann dann dem Priester meine Lebenssituation erzählen, was das Leben schwer macht. Das ist das Bekenntnis. Hier kann in diesem diskreten Rahmen gesagt werden, was belastet und das Herz schwer macht.
  9. Wenn die Person, die beichten möchte, alles gesagt hat, was sie sich vorgenommen hatte, kann gesagt werden: „Dies waren meine Sündern.“ Dies will sagen, dass alles, was das Miteinander zwischen Mensch und Gott im eigenen Leben stört, jetzt gesagt wurde. Es kann aber auch gesagt werden mit diesen oder ähnlichen Worten: „Das waren die Dinge, die ich sagen wollte.“
  10. Danach wird der Priester Mut machende und aufrichtende Worte sprechen. Vielleicht ergibt sich noch ein kurzes Gespräch, das aus dem Glauben heraus neue Perspektiven eröffnet.Der Priester gibt dann noch einen Hinweis (die sogenannte Buße – Initiative der Erneuerung) mit auf den Weg. Das kann ein Vorschlag für eine gute Tat sein, oder ein Gebet, das die Liebe zum Herrn vertiefen möchte.
  11. In der Lossprechung spricht der Priester die Liebe und die Barmherzigkeit Gottes zu. Zum Schluss spricht der Priester der Person, die gebeichtet hat, den Frieden zu: „Deine Sünden sind dir vergeben. Gehe hin in Frieden.“ Die Antwort darauf heißt dann: „Dank sei Gott, dem Herrn. Amen“. Oder der Priester sagt den gleichen Satz vom Beginn der Beichte zum Schluss, der signalisiert, dass in Jesus jetzt ein Neuanfang geschieht. Dieser Satz heißt: „Gelobt sei Jesus Christus.“ Die Antwort darauf ist: „In Ewigkeit. Amen.“
  12. Dann kann die Person in der Kirche noch einen Moment verweilen, Gott danken für seine große Zuwendung in Jesus Christus, und gestärkt den Weg in die Zukunft gehen.
(Pfr. Andreas Brüstle)