Nordschwaben feiert das Mauritiusfest ökumenisch
Das Mauritiusfest wird jedes Jahr in Nordschwaben, am nordöstlichen Rand von Rheinfelden gefeiert, abwechselnd in der Mauritiuskapelle innerhalb der Friedhofsmauer und in der Gemeindehalle im Dorf. In diesem Jahr ging's in die Gemeindehalle.
Hier trafen sich am Sonntag zunächst rund 60 Besucher zu einem ökumenischen Gottesdienst. Ein einfacher Tisch vorn diente als Altar, an dem Pfarrer Joachim Kruse von der evangelischen Kirchengemeinde Rheinfelden und Prädikant Günter Schmidt von der römisch-katholischen Kirche den Gottesdienst zelebrierten. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst durch den zehnjährigen Christian Hartwig an der Geige und seine 19-jährige Schwester Eva, Oboe. Sie spielten Stücke von Händel, Graun und Mozart und begleiteten die Gemeinde bei ihrem Gesang.
Pfarrer Kruse ging in seiner Predigt unter anderem auf Mauritius ein. Der römische Soldat wird seit dem 4. Jahrhundert als Heiliger verehrt (sein Gedenktag ist der 22. September). Kruse stellte ihn als "Christenmensch mit Haltung für einen aufrechten Glauben" vor. Dazu passte auch der Predigttext über eine Geschichte aus dem Lukasevangelium: Zehn Kranke (Aussätzige) werden von Jesus geheilt, aber nur einer von ihnen kehrt um zu Jesus, um ihm zu danken. Für Kruse ist diese Heilungsgeschichte vor allem ein Text zum richtigen Glauben: "So beschreibt Lukas hier Glauben: neu beginnen wollen, einen anderen Weg wählen, aufstehen und gehen." Dazu zitierte Kruse zu Ende seiner Festpredigt ein Gebet von Dietrich Bonhoeffer (1906-1945): "Gott, lasse meine Gedanken sich sammeln zu dir. Bei dir ist das Licht, du vergisst mich nicht. … Ich verstehe deine Wege nicht, aber du zeigst den Weg für mich."
Helfende aus den Vereinen hatten alles für die Bewirtung vorbereitet
Zum Schluss des Gottesdienstes stand auch Nordschwabens Ortsvorsteher Sven Kuhlmann neben den beiden Kirchenmännern Kruse und Schmidt hinter dem Altar. Kuhlmann dankte allen Helfern, auch den beiden Frauen vom kirchlichen Vorbereitungsteam Tina Lützel Schwab (katholisch) und Ann-Katrin Gauerke (evangelisch). Dank gab es auch für die Helfenden der Vereine und des Jugendtreffs, die in Küche und Hof alles vorbereitet hatten: Essen, Kuchen, Waffeln und Getränke. Gesammelte Gelder der Kollekte im Gottesdienst und durch die Tombola gelten dem Erhalt der alten Mauritiuskapelle.
